



Sri Lanka ist nach der großen Flutkatastrophe Ende Dezember 2004 wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Aber auch vorher hörte man immer wieder aus dem südostasiatischen Land – meistens nichts Gutes. Denn über viele Jahre hinweg bestimmte der Bürgerkrieg die Nachrichten, bei dem die bewaffnete Separatistenorganisation „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) gegen die Regierung in Colombo kämpfte.
Wie kam es dazu? Während der Kolonialzeit hatten die Briten die Ceylon-Tamilen vor allem in der Verwaltung eingesetzt und gegenüber den Singhalesen bevorzugt. So entwickelte sich eine starke Abneigung zwischen diesen beiden Volksgruppen. Als nach der Unabhängigkeit des Landes die Tamilen im Norden und Osten durch die singhalesische Regierung unterdrückt wurden (Singhalesisch wurde zur Amtssprache; die neue Verfassung schrieb die Bevorzugung von Singhalesen fest), mündete dies in den Versuch der Tamilen, gewaltsam einen eigenen Staat zu gründen.
Fast zwanzig Jahre dauerte dieser bewaffnete Aufstand, der 1983 begann. Zehntausende verloren in diesem Krieg ihr Leben. 2002 kam unter norwegischer Vermittlung ein Waffenstillstandsabkommen zustande, und seitdem wird versucht, ein Friedensabkommen zu erzielen. Das Ziel der LTTE ist ein eigenständiger tamilischer Staat im Nordosten der Insel.
Sri Lanka hat eine lange Kolonialgeschichte hinter sich. Portugiesen eroberten im 16. Jahrhundert das Land, um es im 17. von den Niederländern wieder abgenommen zu bekommen. 1796 besetzten die Briten die Insel, die dann 1802 Kronkolonie wurde. Als Ceylon wurde das Land 1948 unabhängig, der Name wurde 1972 in Sri Lanka geändert. Am 26. Dezember 2004 erschütterte Südostasien der schwere Tsunami, von dem auch Sri Lanka erheblich betroffen wurde. Das Land selbst ist offensichtlich mit der Katastrophe überfordert.